Biografie

In Ivan Turkaljs musikalischer Tätigkeit steht das Cello im Mittelpunkt, doch von diesem Instrument ausgehend umfasst sie bei genauerem Hinsehen deutlich mehr.

Sein Cellospiel charakterisiert sich durch ein wissendes Gefühl – oder ein gefühltes Wissen: Eine mathematische Präzision verbindet sich mit einem tiefen praktischen Wissen und manifestiert sich in einer eindringlichen Intensität. Die detaillierte Spielart bannt damit auf ganz eigene Weise ohne jemals das größere Bild aus dem Auge zu verlieren.

Von eben diesem Punkt aus weiterschauend, öffnet sich ein ganzer Kosmos. In diesem ist der spielerische Umgang mit Musikstilen zu finden, die intensive Auseinandersetzung mit historischen Hintergründen und das Hinterfragen der Rolle eines Musikers in heutigen Lebenswelten.

Somit pendelt Ivan Turkalj mit Hingabe zwischen den Epochen: Von barocken Verzierungen zu zeitgenössischen Experimenten und von Jazz-Patterns zum klassischen Klaviertrio. Das geschieht aus der Überzeugung nur so die einzelnen Musiken grundlegend verstehen zu können und sich nicht von Stilgrenzen einschränken zu lassen. Damit ist für Ivan Turkalj ein Reflektieren und Hinterfragen seines Schaffens ein ebenso zentraler Teil, wie das Spielen selbst.
Beim Entdecken eben dieser Stile nimmt er sie stets als gleichwertig an, die Eigenheiten respektierend und niemals an Qualität einbüßend. Damit einher geht ein großer Einsatz für Konzertformen, die der jeweiligen Musik und dem jeweiligen Publikum entsprechen.

Als moderner Cellist schloss er sein Studium mit dem Master im Fach “Konzert” an der Zürcher Hochschule der Künste 2012 in der Klasse von Prof. Orfeo Mandozzi mit Bestnote ab. An der Hochschule für Musik Würzburg absolvierte er 2010 ein Diplomstudium bei demselben Professor, und begann daraufhin ein Barockcello-Studium bei Stefan Fuchs. Bei Prof. Wolfgang Herzer an der Universität für Musik und Darstellende Kunst begann Ivan Turkalj als 16-jähriger sein Studium. Als Kind und Jugentlicher wurde er von Vladimir Malinovski im Erlenen des Cellospiels geleitet. Unterricht erhielt er zudem bei Bernhard Greenhouse, Heinrich Schiff, Pieter Wispelwey, Uzi Wiesel, David Geringas und Wolfgang Lauter, dem Julliard Quartett, Teresa Turner-Jones, Johannes Meisl (Artis Quartett) und Roel Dieltiens.

Ivan Turkalj ist Gewinner und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe (u.a. Antonio Janigro, Prima La Musica, Rudolf Matz Competition, Alpe Adria Wettbewerb in Gorizia) und war langjähriger Stipendiat des Lions- und Rotary – Clubs sowie der Live-Music-Now Stiftung.

Zu seinen regelmäßigen Kammermusikpartnern zählen genauso renommierte Persönlichkeiten wie vielversprechende Talente der heutigen Generation. Dazu gehören unter anderem Prof. Pauline Nobes,  Žan Legat, Ralf Waldner, Rachel Isserlis, Jonian-Ilias Kadesha, Hed Yaron-Mayerson, Oliver Wehlmann, Florian Glemser, Prof. Michael Niesemann,  Theresa Schmidinger, Johannes Dickbauer oder Martin Rux.

Neben dem modernen Cello beschäftigt sich Ivan Turkalj leidenschaftlich mit der historischen Aufführungspraxis am Barockcello. Zu Beginn bei Stefan Fuchs an der HfM Würzburg in diesem Fach geleitet worden, ist er nun Teil verschiedener Ensembles in Deutschland (Ensemble Rhapsody, Concerto Würzburg) Kroatien (Hrvatski barokni ansambl) und Österreich (Collegium Musicum) und konzertiert regelmäßig in kleineren Besetzungen im Duo mit Cembalo oder im Streichquartett mit klassischen Instrumenten.

Mit der gleichen Begeisterung und Ehrgeiz widmet er sich der zeitgenössischen Musik. Dieses Engagement manifestiert sich vor allem in dem von ihm selber initiierten und geleiteten Ensemble trio+4. Das aus Cello, Akkordeon (Žan Legat) und Klarinette (Theresia Schmidinger) bestehende Ensemble ist seit 2009 in Berlin, Würzburg, Zürich und Wien aktiv und sucht den intensiven Austausch mit zeitgenössischen Komponisten, sodass regelmäßig Kompositionsaufträge durch das Ensemble vergegeben werden.

Ivan Turkaljs rege Konzertaktivität weitet sich zudem auf das in Würzburg angesiedelte Celloquartett Cello’n’Coffee (Duke Ellington Jazz-Wettbewerb 2009) und seit 2006 auf die Indie-Pop Band The Hidden Cameras aus. Mit der international erfolgreichen Band tritt er regelmäßig in ganz Europa auf und ist als erfahrener Studio- und Livecellist auch bei Bands und Studios sehr gefragt.